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Nachgefragt: Geschichten hinter den Produkten

»Wir haben die Idee, jungen Frauen eine Berufschance zu geben!«

  • Bunte handgefertigte Stofftaschen, ausge­fallene Accessoires, liebevoll genähte Stofftiere und Geschenkartikel ‒ ein kleines Label aus Berlin ist bei beauty & nature immer stark vertreten: Liebman Design Import. Bekannt wurde das Unternehmen von Russel Liebman vor allem mit seiner Barefoot-Kollektion: farbenprächtige Taschen und Stofftiere aus handgewebtem Material, die in Projekten von Frauen in Sri Lanka gefertigt werden. Wir sprachen mit dem ehemaligen Fotojournalisten Russel Liebman, den einmal im Jahr das große Fernweh packt, über seine Projekte in Thailand und Sri Lanka und darüber, wie wichtig ihm Transparenz und Nach­haltigkeit sind.


    Wie haben beauty & nature und Liebman Design zusammengefunden?

    RUSSEL LIEBMAN: Vor vielen Jahren kam Rosi Weber auf einer Messe in München zu uns an den Stand. Wir stellten damals unsere neue Kollektion vor. Das war im Jahr 2006. Man kann wohl sagen, dass wir uns jetzt schon sieben Jahre kennen (lacht)!

  • Liebman Design Import bei beauty & nature

     

    tl_files/content/Bilder/Bilder-Magazin/liebm_hmong.pngDie Tasche Hmong Bag small erhalten Sie in den Läden von beauty & nature für 11,95 €,

    tl_files/content/Bilder/Bilder-Magazin/liebm_kosmetik.png

     

    die Cosmetic Bag für 18,95 €,

    tl_files/content/Bilder/Bilder-Magazin/liebm_eule.png

     

    das Etui Eule, Affe, Bär und Hase für jeweils
    9,99 €.

    tl_files/content/Bilder/Bilder-Magazin/liebm_spange.png

    Die Haarspange klein aus Kimonoseide kostet bei beauty & nature 3,99 €

     

    tl_files/content/Bilder/Bilder-Magazin/liebm_libelle.pngund die Libellen Brosche
    6,99 €.

     

     



Einmal im Jahr packt Sie das Fernweh. Was machen Sie dann?

R. L. Einmal im Jahr gehe ich auf eine Reise, um mich inspirieren zu lassen. Das, was ich während meiner Reisen finde und von dem ich denke, dass es hier den Menschen gut gefallen könnte, verkaufe ich später.

Mit Ihren Kollektionen unterstützen Sie ganz gezielt Projekte in Thailand und Sri Lanka. Wie sieht diese Unterstützung aus?

R. L. Unsere Haarspangen stammen zum Beispiel aus einem Projekt, das eine Frau in Chiang Mai organisiert. Sie vergibt die Arbeit an junge Frauen, die in ihren Dörfern Zuhause arbeiten können. In Thailand gibt es keinen Mutterschutz und kein Erziehungsgeld wie hier. Die Heimarbeit bietet jungen Müttern die Möglichkeit, ihre Kinder zuhause zu betreuen und sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen.

Werden die Haarspangen und Broschen nicht aus japanischer Kimonoseide gefertigt?

R. L. Ja, die Kimonoseide kommt aus Japan. Die Projektleiterin kauft den Stoff und verteilt ihn und die Materialien an die Frauen in den thailändischen Dörfern. Später holt sie die fertigen Haarspangen bei den Frauen Zuhause ab. Die Libellenbroschen stammen übrigens auch aus diesem Projekt.

Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt zu Herstellern und Arbeiterinnen?

R. L. Ich pflege immer eine ganz enge Beziehung zu den Herstellern. Ich weiß  genau, wo jedes Stück herkommt, wie es hergestellt wird, wie die Werkstätten aussehen und wie die Leute dort arbeiten. Unser Projekt in Sri Lanka ist zum Beispiel inzwischen komplett unabhängig. Das war unser erstes Projekt und inzwischen läuft es von selbst und ich muss nicht mehr regelmäßig hinfahren. Nach Thailand fahre ich oft, weil wir hier mit vielen kleinen Werkstätten arbeiten. Ich möchte alles zu 100 Prozent zurückverfolgen können. Wir möchten alles transparent machen für die Läden und für die Endverbraucher.

Angefangen haben Sie im Jahr 2003 mit einem kleinen Stand auf einem Wochenmarkt in Berlin. Wie hat sich daraus das Unternehmen Liebman Design entwickelt?

R. L. Jeden Samstag hatte ich in Berlin am Prenzlauer Berg einen kleinen Stand auf dem Wochenmarkt mit der Barefoot-Kollektion. Als Fotojournalist war ich bis dahin immer in der Welt unterwegs gewesen, doch dann wurde mein zweites Kind geboren. Mit zwei Kindern ging das Reisen einfach nicht mehr so gut und ich musste mir etwas Neues überlegen. Die Mutter eines Freundes in Sri Lanka ‒ eine Künstlerin ‒ hatte das Barefoot-projekt mit Frauen in Sri Lanka gegründet. Und mit diesem Kontakt habe ich angefangen. So stand ich mit der Barefoot-kollektion jeden Samstag am Prenzlauer Berg. Es kamen dann immer mehr Leute vorbei, die uns gefragt haben, ob wir etwas Neues anbieten und ob sie unsere Sachen auch in ihren Läden verkaufen können.

Und was hat Sie am meisten daran gereizt, das Unternehmen schließlich zu vergrößern?

R. L. Wir haben die Idee, jungen Frauen eine Berufschance zu geben. Sie sollen dabei zu Hause in ihren Dörfern arbeiten können. Und wir möchten zu 100 Prozent nachhaltige Materialien verwenden. Das ist unsere Idee!

Wie können Sie das garantieren?

R. L. Das gelingt, weil nichts importiert wird. Viele Dinge, die man heutzutage kauft, sind ja in ihrer Herstellung fünf Mal um die Welt gegangen. So soll es eben nicht sein.

Von der Idee zur Herstellung: Wie entsteht ein Produkt für Liebman Design?

R. L. Jedes Stück ist das Ergebnis von Teamarbeit. Ich sage zwar immer, wie ich mir ein Produkt vorstellen kann, doch das Design arbeiten wir mit den Leuten zusammen aus. Die Arbeiterinnen haben komplette Mitsprache, was gemacht werden kann.

Sie überraschen immer wieder mit neuen, saisonalen Produkten. Was wird es aktuell Neues geben?

R. L. Wir vergrößern zwar nicht unser Komplettsortiment, aber ja, wir haben neue Produkte (lacht)! Neu ist zum Beispiel eine Kinderwagenkette mit Häkelelefanten.

Und Ihr ganz persönlicher Favorit?

R. L. Ich persönlich liebe die Hmong-Produkte. Das sind die kleinen Taschen, die aus alten Kostümen und Kleidern genäht werden. Ein befreundetes Ehepaar kauft die Kleidung von Familien ab und dann machen sie Taschen daraus. Für beauty & nature haben wir extra eine Kosmetiktasche anfertigen lassen ‒ ein bisschen größer als eine übliche Kosmetiktasche. Wir werden sie auf der nächsten Messe präsentieren. Alles ist handgefertigt und handbestickt und alles pflanzlich gefärbt. Jede Tasche ist ein Unikat. Das sind eigentlich meine Lieblingsprodukte.